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"Stürmischi Zyte ufem lange Wäg..."

... so singt der Schweizer Liedermacher Peter Reber. Diese stürmischen Zeiten haben auch wir während der Weihnachtsfeiertage in vielfacher Weise erlebt... Das Lied hat uns in den letzten Tagen sehr begleitet...



Am Heilig Abend bekamen wir die Nachricht, dass Cornelia`s Papa an Lungenkrebs erkrankt ist. Eine Welt brach zusammen. Weihnachten haben wir gestrichen und an diesen stürmischen dunklen Tagen erlebt, was Weihnachten wirklich bedeutet, bedeuten kann. Hoffnung im Sturm... Diese Diagnose begleitet uns seither und wir hoffen sehr, dass das neue Jahr auch neue Hoffnung mit sich bringt...

Die Weihnachtstage verbrachten wir in Tombstone. Dieses alte Wild-West-Städtchen im Süden Arizonas, mit einst grosser Silbermine, war um 1880 auch Schauplatz einiger berühmter Schiesserein. Tombstone war auch Drehort etlicher Western-Filme. Unter anderem die, zwischen den Earp-Brüdern und Doc Holliday, deren Gräber man heute noch auf dem Friedhof der Stadt besuchen kann. Die Schiesserei wird jeden Tag (!!) an den ehemaligen Schauplätzen originalgetreu nachgespielt. Die Stadt selbst ist heute vor allem eine Touristenattraktion mit nachgebauten Saloons, Kutschen und dem berühmten „Bird-Cage-Theater“, einem Bordell... :-/

Alles in allem empfanden wir die Stadt nicht als übermässig authentisch. Sie wirkt wie ein Freilicht-Museum inklusive Vergnügungspark... Wir wussten oft nicht, wer Einwohner, Besucher, waschechter Cowboy oder Schauspieler war ;)

Ein weiterer Sturm begleite und auf unserer Fahrt in Richtung Osten. Von Tombstone fuhren wir zum White-Sands-National-Monument. Leider war dieser Park, aufgrund des Shutdown, geschlossen. Zwar kümmerte das einige Besucher nicht wirklich. Wir sind nach ein paar schnellen Fotos aber dann doch weiter gefahren. Kurz danach war dann auch schon die Polizei an Ort und Stelle und vertrieb die Sand-Besucher... :-/


Unterwegs zum White-Sands-National-Monument:

Na dann... :-O Stay buckled!!


White-Sands National Monument:

"Roadrunner" - Recycling - Installation an der Autobahn in der Nähe von Alamogordo, wo wir übernachteten...

Von Alamogordo im Bundesstaat New Mexiko machten wir uns auf die sehr lange Reise von rund 1000 Kilometern in Richtung San Antonio in Texas von wo aus wir den Golf von Mexiko ansteuern wollten um hier in mildem Klima den Jahreswechsel zu verbringen. Wir fuhren hier, im Süden Texas`, sehr nahe der Grenze zu Mexiko (siehe Zaun) und wurden abermals von einem ungemütlichen Unwetter überrascht...

Unterwegs entschieden wir noch einen Abstecher zum Nationalpark Big Bend, an der mexikanischen Grenze zu machen. Wir fuhren eine gefühlte Ewigkeit immer geradeaus. Texas, der flächenmässig zweitgrösste Bundesstaat der USA präsentierte sich uns weit, weit und weiter... Die Wüste entlang des Highway 90 die wir durchquerten wurde nur hin und wieder von einem kleinen Ort, einer Ranch oder Kunst (!) unterbrochen.


Mitten im Nirgendwo steht hier die Installation des Künstlerduos Elmgreen und Dragset „Prada Marfa“, die die Künstler selbst als „pop architectural land art project“ bezeichnen. Der Prada-Shop ist geschlossen ;) Es gibt keine Tür, die Ausstellungsstücke sind Originale. Es darf spekuliert werden, ob diese Installation eine kritische Auseinandersetzung mit dem Konsumismus sein kann. Fakt ist, dieser Gedanke drängt sich auf an diesem Ort, im Kontext der Wüste von Texas, in dem die Menschen überwiegend Selbstversorger sind und 2 Stunden und länger bis zum nächsten Laden fahren. Hier können sie jedenfalls nicht einkaufen ;) Das Kunstwerk wird sich selbst überlassen und wird sich wohl in den nächsten Jahren und Jahrzehnten in die Landschaft einfügen und selbst zur Landschaft werden...

Auf dem Weg zum Nationalpark hielten wir – wieder einmal ungeplant – in Marfa, wo wir auch übernachteten. Der Ort ist berühmt für seine magischen Lichter die "Marfa mystery lights", die auch wir am Abend und die Nacht über bestaunen durften. Die Lichter wurden im 17. Jahrhundert erstmals von einem Cowboy entdeckt und beschrieben. Seitdem ist die Mystik um die Lichter, die vom Einbruch der Dunkelheit bis zur Dämmerung am Morgen auftauchen und wieder verschwinden, ungeklärt. Zahlreiche Mythen werden erzählt, gar eine wissenschaftliche Studie wurde initiiert um den Ursprung der Lichter zu erforschen. Es sollen Ufos sein, sagen die einen, die Seelen ermordeter Indianer, die anderen. Wir waren sehr fasziniert - wie so viele andere auch. Bei eiskaltem Wetter und sternenklarem tiefschwarzem Himmel bewunderten wir das Blinken und Blitzen der Marfa-Lichter... Ein Erlebnis das schwer zu beschreiben (und zu fotografieren) ist, dass wir aber auf keinen Fall missen möchten!


Der Big-Bend („grosser Bogen“) Nationalpark war zum Glück offen (trotz Shutdown), auch wenn man nicht übernachten durfte. Der Park, einer der grössten der USA, unweit der mexikanischen Grenze, zeichnet sich aus durch eine grosse Arten- und Pflanzenvielfalt: